Rede zum Neujahrsempfang der Ahrweiler Grünen

Liebe Gäste, liebe Freundinnen und Freunde,

auch von mir zunächst alles Gute für das neue Jahr, das ja auch schon wieder Anstalten macht, uns davon zu laufen und unter den Händen zu zerrinnen. Ein herzliches Willkommen, Willkommen im Kreis, so steht es auf Ihren Einladungen. Willkommen im Kreis, das gilt also zunächst einmal für Sie alle, die Sie heute den Weg zu unserem Neujahrsempfang gefunden haben.
Nicht wenige werden unter uns sein, für die das neue Jahr kleinere oder größere Veränderungen mit sich bringt.
Das gilt auch für mich, der ich mit Jahresbeginn ein Mandat als Abgeordneter im Rheinland-pfälzischen Landtag angenommen habe. Das ist keine geringe Veränderung im Leben eines bisherigen Feierabend-Politikers. Vielen Dank für all die Glückwünsche, die ich dazu schon entgegennehmen durfte. 
Sie freuen mich, und ich werde sie brauchen.

Das neue Jahr bringt für mich also viel Neues. 
Eine weiter wachsende Zahl von Menschen wird aber 2015 vor ganz anderen Veränderungen stehen, vor sehr existenziellen Problemen. Menschen auf Flucht vor Krieg, Gewalt, Hunger und Kälte. Die, die vertrieben werden oder sich mit dem Mut der Verzweiflung und aus eigener Initiative auf die Suche nach einer neuen Heimat machen. Viele suchen den Weg zu uns.
Hoffen wir, dass sie ihn lebend und halbwegs wohlbehalten finden. Verstärken wir unsere Anstrengungen, ihnen hier im Kreis ein Willkommen und vielleicht eine Heimat zu bieten. 

Das sieht die große Mehrheit der Menschen so, auch hier im Landkreis.

Doch gibt es auch die andere Reaktion, die Feindseligkeit, wie sie bei gewissen montäglichen Veranstaltungen in unerträglicher Weise sichtbar wird. Ich meine jene Veranstaltungen in Dresden und anderswo. Anderswo, wo sie die ersten Buchstaben ihres ohnehin merkwürdigen Kürzels durch die 2 oder 3 Anfangsbuchstaben des jeweiligen Anderswo austauschen, Kögida, zum Beispiel. Die Variante in Würzburg wäre interessant. Würgida käme der Sache immerhin sehr nahe. Würgida empfinde ich bei schwarz-rot-gold gefärbten Holzkreuzen. Erst waren wir Papst, nun war Jesus Deutscher, sprach zu Hause womöglich sächsisch?
Rektor Hubert Rick, der in seiner Neuenahrer Grundschule Kindern aus aller Herren Länder Heimat gab, erzählte mir neulich von einer Schulaufführung, in der ein Grundschulkind das Vaterunser betete – auf aramäisch.  Aramäisch war die Sprache von Jesus, und es muß eindrucksvoll gewesen sein.
 Friedrich der II. übrigens, den Pegida Anhänger wohl ohne viel Überlegens den Großen nennen, sprach zu Hause nicht deutsch, sondern französisch, und das besser als deutsch.

Im seinem friederizianischen Berlin machten die französischen Glaubensflüchtlinge ein Fünftel der Bevölkerung aus. In diesem Berlin lebte mit Lessing ein Großer der Deutschen Klassik, der in seiner Ring-Parabel Judentum, Christentum und Islam als Kinder desselben Vaters beschreibt. Bärgida stört sich daran nicht. Es ist ja auch nicht lange her, da handelte sich ein Bundespräsident Wulff noch böse Kritik ein mit dem Satz, auch der Islam gehöre zu Deutschland. Noch nicht vergessen ist ein Landtagswahlkampf in NRW mit dem Spruch „Kinder statt Inder“. Im hessischen Landtagswahlkampf 1999 war Roland Koch mit der unseligen Unterschriftenaktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft erfolgreich. 
2015 ist vieles anders. Das macht Mut.

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