„Mehr Mitte bitte!“ – Ortskerne beleben

Ein Wettbewerb für Wohnen und Leben in ländlichen Ortskernen

„Wir müssen sehr sorgfältig mit unseren Zentren umgehen“ – mit diesem Satz sprach Ralph Spiegler (GStB) auch Wolfgang Schlagwein aus dem Herzen. Bei der Abschlußveranstaltung des landesweiten Wettbewerbes „Mehr Mitte bitte!“ sah sich der Sprecher der grünen Landtagsfraktion für Bauen und Wohnen auch als langjähriger Kommunalpolitiker in seinen Anliegen bestätigt:

„Auch wenn wir mehr und mehr beginnen, uns als Einwanderungsland zu verstehen und manch befürchteter Schrumpfungsprozeß noch einmal neu zu betrachten ist: Der Vorrang der Innen- vor weiterer Außenentwicklung findet als Planungsgrundsatz gerade bei den vielen kleineren Gemeinden im ländlichen Raum mehr und mehr Anerkennung, und das zu Recht. Altersgerechten Wohnraum  im vorhandenen Baubestand schaffen,  Baulücken schließen, die Ortsmitte stärken, das Ortsbild aufwerten statt immer neue Flächen  an den Ortsrändern ausweisen – so sehen viele Gemeinden heute ihre Planungs- und gestaltungsaufgaben.“

Wie kann man im Denkmal zeitgemäß wohnen? Wie bauen wir heute die Denkmale der nächsten Generation? Wie fügt sich ein neues Gebäude im und am Ort ein? Wie gewinnen wir junge Leute, in mehr Baukultur zu investieren? Diesen und vielen anderen Fragen widmete sich der Wettbewerb „Mehr Mitte bitte!“ in Kooperation von Landesregierung, Gemeinde- und Städtebund und der rheinland-pfälzischen Architektenkammer.

Einmal mehr zeigte sich dabei der Wert städtebaulicher Wettbewerbe. „Man kann allein gar nicht so um die Ecke denken, wie mehrere Architekturbüros eine Planungsaufgabe beleuchten“, so der Gillenfelder  Ortsbürgermeister Karl Heinz Schlittre. Ihm ist in seiner Gemeinde auch gelungen, rund zwei Dutzend von 70 unbebauten Grundstücken im Ortskern durch hartnäckige Überzeugungsarbeit bei den Eigentümern für eine Bebauung zu mobilisieren – statt im Außenbereich neues Bauland auszuweisen.

Ob in Katzenelnbogen, wo eine junge Familie sich entscheidet, das Abbruchgrundstück einer alter Gewerbeimmobilie als Wohnhaus aufzuwerten und in das benachbarte Bauensemble einzupassen, ob in Freudenburg, wo ein historisches Gasthaus mit neuen Wohnungen in den oberen Geschossen neugestaltet wird oder im schon erwähnten Gillenfeld Mehrgenerationenwohnen durch eine neugegründete Genossenschaft realisiert wird: Die rheinland-pfälzische Initiative „Mehr Mitte bitte!“ hat Maßstäbe gesetzt und würdige Preisträger gefunden.

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