Ende eines Freibades – was kommt an seine Stelle?

„Zukunft Bad Neuenahr“: Maximaler Bodenpreis darf nicht das entscheidende Kriterium sein

Mit der mehrheitlichen Standortentscheidung für einen Hallenbad-Neubau in Bachem endet auch das traditionsreiche Freibad in Bad Neuenahr. Der Antrag der Grünen, das kombinierte Hallen- und Freibad am jetzigen Standort zu modernisieren, fand im Stadtrat keine ausreichende Mehrheit. Nun soll die gesamte städtische Fläche des jetzigen Twin verkauft und der Wohnbebauung gewidmet werden. „Der maximal erzielbare Bodenpreis darf jetzt aber keinesfalls das entscheidende Kriterium werden“, lautet die Forderung der Grünen zur „Zukunft Bad Neuenahr“ nach der Ratsentscheidung.

Vergeblich hatte Christoph Scheuer für die Grünen im Rat an den traditionsreichen Standort erinnert, der sich, so Scheuer, „schon mehrmals gewandelt, aber immer bewährt hat. Hier wurde, damals hochmodern, das „Strand-, Licht- und Luftbad“ in Fortsetzung der Parklandschaft des Lenne-Parkes eröffnet. 1951 wurde es zum Gartenschwimmbad weiterentwickelt, dann in den 70er Jahren und 80er Jahren erneut modernisiert und um ein Hallenbad ergänzt.“
Nur an diesem Standort sahen Die Grünen denn auch die optimale Möglichkeit, die Kombination aus Hallen- und Freibad fortzuführen. In einer unbeständigen Sommersaison sei der Wechsel zwischen Hallenbad und Freibad innerhalb eines Tagesbesuches nur in dieser Kombination möglich. Und für eine Weiterentwicklung des Freibades zum Naturerlebnisbad eigne sich das frühere „Gartenschwimmbad“ am besten.

Darüber hinaus machte Fraktionssprecher Wolfgang Schlagwein auch Überlegungen zur Stadtentwicklung geltend. “90 Prozent der Haushalte im Stadtteil Bad Neuenahr sind kinderlos. Gerade in dem Gebiet, das westlich an das Wohnstift Augustinum grenzt, sind kaum Kinder zu finden. 27 Prozent der Bewohner sind bereits 65 bis 79 Jahre alt, die über 80-Jährigen erreichen fast schon zwei Drittel.“

Diese und ähnliche Daten liegen vor, nachdem Die Grünen die Prüfung städtebaulicher Maßnahmen zur Lenkung der weiteren Entwicklung im Stadtrat beantragt haben. Schlagwein spricht die Sorge deutlich an: „Wenn an Stelle des Twin das Angebot für junge Leute nun durch hochpreisigen Wohnungsbau ersetzt wird, verschärft das die Entwicklung weiter.“

Deshalb dürfe der maximal erzielbare Bodenpreis jetzt keinesfalls das entscheidende Kriterium der Veräußerung des städtischen Geländes sein.

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